Julias Erlebnisse in Burundi

Sunday, March 04, 2007

Schnell mal wieder ein kurzer Bericht, die Erlebnisse in der letzten Zeit waren wieder zahlreich, es ist kaum alles zu beschreiben.
Schon eine Seite könnte ich nur von den unmöglich Krankenhäusern in Bujumbura vollschreiben.
Dass man mehrere Stunden suchen muss, um mit einem blutendem Kind auf dem Arm aufgenommen zu werden, dass nicht mal die einfachsten Sachen funktionieren, dass das "Personal" nichts besseres zu tun weiß, als darauf zu achten, das keiner ihr eigenes Waschbecken benutzt, welches nicht benötigt wird, weil sie sich die Hände eh nicht schmutzig machen, dass nichts getan wird ehe nicht genug Franc gesprungen sind, dass Besucher nach 2 Minuten hinaus gewiesen werden, obwohl die Kranken auf diese Menschen angewiesen sind, denn die komplette Versorgung muss durch Angehörige geschehen, selbst das Blut von der Nase wischen.... Es ist einfach unvorstellbar, manches hätte ich nicht geglaubt, wenn ich es nicht selber gesehen hätte. Welch Luxus in den europäischen Krankenhäusern!

Gerade habe ich meine Eltern zum Flughafen gebracht, die Tage waren so unglaublich schnell vorbei, die Zeit verfliegt in ein paar Tagen ist auch für mich schon Halbzeit.
Wir haben sehr viel in den Tagen machen können, sogar noch heute vor dem Abflug sind wir ein Stück weiter als bis zur Schule gefahren um an den Ruszi- Krokodilfluss zu gehen. Dort konnten wir doch tatsächlich viele Nilpferde und ein Krokodil sehen, in der freinen Wildbahn- echt wahnsinn! Am Donnerstag und Freitag waren wir im Land unterwegst, Muyinga, Ngozi. HAbe bisher keinen bessere Landfahrt erlebt. Das die Eindrücke aber auch wieder genauso gegensätzlich waren, muss ich wohl schon fast nicht mehr schreiben.
Nach der Ankunft in Muyinga ging es in einen Schule, wo Verena Schulspeisung finanziert. Da nicht genug Platz für alle im Auto war habe ich 4 Stunden auf dem Motorrad verbracht, mit Emmanuel dem Heimleiter von dem Kinderheim aus Muyinga. Ich hätte mir nichts besseres vorstellen können, so durch das Land von Burundi zu fahren. Der Weg in den kleinen Nationalpark von Burundi war komplett zugewachsen, ich selbst konnte den Jeep nicht mehr sehen, mit dem Motorrad war es auf jeden Fall ein Abenteuer, trotz zerkratzter Beine. Die Landschaft da war unglaublich mit direktem Blick nach Tansania und unter uns nur Urwald. Keine Menschen, nichts..nur wir. Sch an dem Weg war zu erkennen, dass sie dahin selten j emand verirrt!
Am nächsten Tag waren wir npchmals bei den Pygmänen den Ureinwohnern Burundis. Der Tag war sehr kalt, Verena wollte ihr Schul- und Landwirtschaftsprojekt dort überprüfen. Wir hatten nur sehr wenige Sachen dabei und es war schlimm, Mütter hielten einem die Kinder hin, fast nackt in der Kälte und zitternd. Am Ende haben wir noch unsere eigenen Sachen verschenkt. Viele Burundesen in der Stadt wissen nicht wie ihre Landsleute dort noch leben. Die Scheuklappen funktionieren prächtig.
Im Juni in den Ferien würde ich gerne für einen Monat ins Kinderheim nach Muyinga ziehen, auf den kurzen Landfahrten kommt man kaum in Kontakt mit den Kindern und etwas zu machen gibt es immer. Auch werden neue Häuser statt der Strohhütten für die Pygmänen gebaut.

Auch Jimmys Friedhof haben wir besucht, in Burundi ist dies eigentlich nicht normal. Es ist noch immer schwer einzusehen, warum alles so gekommen ist.

Alle weiteren Stellen von Verena in Bujumbura haben meine Eltern nun kennen gelernt. Gerade ist auch die Mutter von in Bujumbura mit Unmengen von Brillen im Gepäck. Nun ist sie beschäftigt mit vielen Augentest. Danke nochmal an alle Wittichenauer, die mit gesammelt haben, es sind über 3000 Brillen zusammengekommen! Der Samsatg war für die Strassenkinder im Heim wie zweites Weihnachten, alle sind nun ausgestattet und jeder hat noch einen Sonnenbrille bekommen. Auch die über 200- Unterwäscheteile aus dem Gepäck meiner Eltern wurden verteilt.
Am samstag gab es noch ein kleines Abschiedsfest mit den Kindern aus unserem Heim. Das Schwimmbecken (auch aus dem Gepäck meiner Eltern) wurde mit riesiger Begeisterung eingeweiht- das Wasser war am Ende so schwarz wie die Kinder selbst! Am Abend tanzten die Kinder.
Etwas mehr wieder später, liebste GRüße an alle daheim und danke für alle Grüße die mich in Bujumbura erreichen, Julia

1 Comments:

At 11:52 AM, Anonymous Daniel Marschner said...

Ach Julia,

es ist ja manchmal wirklich kaum zu glauben, was man hier so alles liest. Irgendwie ist es schon komisch, bei dir merkst du wie wichtig eine ausreichende medizinische Grundversorgung und weiterführende Behandlungen sind und hier in Deutschland schimpfen viele Menschen auf Gesundheitsreformen, welche einen etwas mehr Beiträge zahlen lassen um genau diese Situation nicht vor Ort in unserem Land zu haben.

Ich glaube du wirst so vieles nach diesem Jahr ganz besonders zu schätzen wissen (und das meine ich für HIER und DORT), dass alleine schon ist ein Schatz der einmalig ist - von den Erfahrungen durch die Menschen ganz zu schweigen!

Bis zum nächsten Mal...

Daniel aus Berlin

 

Post a Comment

<< Home